Freitag, 14. Mai 2010

Die endlosse Odyssee oder mein Kampf mit der Aschewolke

Fliegen kann so einfach sein, auf zum Flughafen, Check-In, einsteigen und losfliegen.

Wie gesagt, es kann, meistens ist es das aber nicht. Besonders, wenn so ein komischer Berg nicht aufhören will zu husten.

Mein Flug zu meinen Großeltern fing an, wie jeder andere auch. Auf nach Frankfurt zum Flughafen, Check-In und auf zum Gate.

Naja, nur dumm, dass am Gate selber niemand war. "Ist ja noch Zeit bis zum Flug" , dachten wir uns. Dass war am Montag um 17 Uhr, der Flug sollte um 19 Uhr nach Portugal gehen. Wir warteten und warten aber es tat sich nichts.

"Die sind am falschen Gate aber, psscht nicht weitersagen"

Andere Fluggäste mit dem gleichen Ziel kamen und gingen. Um 18.30 schauten wir dann mal auf der Anzeigetafel nach, ob unser Flug gecanceled wurde.

Das war nicht der Fall aber es stand auch kein Gate dran nur der Bereich des Gates. Das machte uns schon stutzig, also fragten wir nach. Der nette Mensch von der Lufthansa informierte uns, dass wir die letzten paar Stunden am falschen Gate gewartet hätten und dass der Flug zwei Gates weiter abgeht.

Ok, also gingen wir dorthin. Dort warteten dann auch etliche andere Gäste und 2 überarbeitete Lufthansa Mitarbeiter auf uns.

"Bitte beruhigen sie sich, der Flug hat nach neusten Informationen jetzt Portugal verlassen und ist jetzt auf dem Weg hierher. Das Boarding kann dann gegen 22Uhr beginnen." "Na toll, naja wenigstens haben wir ihn nicht verpasst", meinte ich. Um 21Uhr wurden dann Brötchen und Getränke verteilt.

(FunFact: Was macht das Mikro da? o.O)


Wieder neue Informationen

Später erreichten neue Informationen die Lufthansa: "Der Flieger ist jetzt auf dem Weg hierher und wir haben eine Sondergenehmigung erhalten um nach 24 Uhr nach Lissabon zu starten. Das Boarding beginnt so gegen 1Uhr." Mittlerweile hatte ich schon keine Lust mehr zu reisen, aber hey immerhin tat sich was.

Man kann sich vorstellen, dass alle schon etwas müde waren und nicht mehr so recht an die Abreise glaubten. Aber es geschehen noch Wunder, der Flieger kam wirklich "rechtzeitig" an und auf gings nach Lissabon um 1Uhr am 11.05.10.

(FunFact: Kaum ging das Boarding los, musste ich wegen Nasenbluten aufs Klo. Eindeutigere Zeichen hab ich noch nie gesehen ;) )

Hier beginnt das echte Abenteuer

Was wir nicht wussten war, dass wir erst die erste Etappe von vielen hinter uns hatten. Jetzt, wo ich darüber schreibe, denke ich mir: "wärst du doch einfach in Frankfurt geblieben und direkt von dort nach Sao Paulo geflogen." Hey, hinterher ist man immer schlauer!

Wir kamen also mitten in der Nacht in Lissabon um 2 Uhr (Ortszeit), nach einem eher uninteressanten zwei Stundenflug, an.

"Chaos, Anarchie - hört sich an wie Lissabon"

Die kurze Version des Aufenthalts in Lissabon wäre: Chaos, Anarchie, Flüchtlingslager.

Die lange Version ist nicht so einfach zu beschrieben aber seht selbst.

Nach der üblichen Orientierungslosigkeit, die herrscht, wenn man frisch an einem neuen Flughafen angekommen ist, gingen wir zum Schalter mit der Aufschrift: "Transfer".

Ein Schalter, der eigentlich dafür gedacht ist, Leute, die nur "umsteigen" weiterzuleiten. "Ich kann ihnen leider nicht helfen. Dieser Schalter hätte auch schon längst schliessen sollen. Bitte gehen sie zum Hauptschalter in der Haupthalle." Das war die einzige Information, die er uns geben konnte. Auf ging es zur Haupthalle!

Die Warteschlange

Ich geh einfach mal davon aus, dass jeder schon mal in einer Warteschlange stand oder wenigstens eine gesehen hat. Aber eins kann ich euch versichern, so eine Warteschlange habt ihr noch nie gesehen, wie sie vor dem Hauptschalter der TAP Portugal entstanden war.

SL734831.JPG Sie war ungelogen mindestens 2 km lang. Sie zog sich durch das ganze erste Terminal.

Am Schalter selber arbeitete gerade mal eine Person und wie ich später erfuhr, war dieser Schalter nur für Information (also keine Umbuchung etc..)

Es gab einen zweiten Schalter mit einer kleineren Warteschlange aber dieser Schalter würde erst um 6 Uhr aufmachen. Es war 2 Uhr.

"2 km anstehen oder 4 Stunden warten, naja dass gibt sich nichts" Also stellten wir uns zur kleinen Warteschlange.

Nach einer Stunde warten, hatte ich genug und ging auf Erkundungstour. Nun wurde mir das ganze Ausmaß der Situation bewusst.

SL734849.JPG

Man versuchte sich um die Menschen zu kümmern, aber es waren einfach zu viele. Alle Hotels in Lissabon waren overbooked, deswegen wurden Feldbetten im Obergeschoss aufgestellt. Diese reichten jedoch irgendwann nicht mehr aus und die Leute schliefen einfach an Ort und Stelle.

Auf Kofferwagen und auf den Bändern für das Gepäck an den Schaltern. 

Es gab Menschen, die schon seit Samstag in Lissabon warteten; heute war Dienstag.

Im anderen Terminal gab es auch einen Schalter der TAP, der ebenfalls geschlossen war. Trotzdem gab es eine Warteschlange davor.

SL734846.JPG Ich war baff aber es wurde noch besser. Irgendwann tauchte ein Mitarbeiter der TAP auf, der uns wieder informierte. "Es wird um 13 Uhr Spezial-Flüge nach Rio, Sao Paulo und Brasilia geben. Das Einchecken beginnt ab 10 Uhr." Er wies uns auch darauf hin, unser Gebäck nicht zu holen, obwohl es andere taten.

So weit so gut, also mussten wir nur noch bis 10 Uhr die Zeit totschlagen. Nach einiger Zeit trafen wir auf einen Deutschen, der sein Gebäck bei sich hatte und auf dem gleichen Flug nach Lissabon war, wie wir. "Holen sie lieber ihr Gebäck, da unten herrscht ein ähnliches Chaos wie hier oben."

Mit zwei anderen Gefährtinnen, die ebenfalls nach Brasilien wollten, machten wir uns auf den Weg, um zu schauen wie der Zustand der Gepäckstation war.

"Nehm es!" "nein tu es nicht!" "doch nehmen sie es" Verwirrung für Anfänger

So schlimm wie oben war es nicht aber unordentlich war es schon. Überall lagen Koffer, total unsortiert. Wir fragten eine Mitarbeiterin des GroundControll (hört sich wichtig an, oder?)"Sollen wir unser Gepäck mitnehmen?" "Um Gottes willen ja! Sehen sie nicht, wie es hier aussieht." Gesagt, getan und das Gepäck heraus gesucht.

Daraufhin eine unserer Gefährtinnen "tun sie das nicht. Sie nehmen dann die Verantwortung der TAP weg." "Aber wenigstens haben wir dann unser Gepäck, aber ich frag nochmal nach"

Ein anderer Mitarbeiter gab uns schlussendlich eine gute Erklärung, weshalb wir unser Gepäck nicht mitnehmen sollten. "Ihr Gepäck ist doch eingecheckt bis Sao Paulo. Wenn sie es jetzt zu sich nehmen und wieder einchecken, kann es sein, dass es zu Verwirrung kommen wird. Immerhin haben sie es dann zweimal eingecheckt. Wahrscheinlich kommt es dann nicht mit."

Hört sich gut an, oder?

Also weiter ohne Gepäck. Irgendwie ging die Zeit auch bis um 6 Uhr rum und obwohl wir nicht zurück zur Warteschlange wollten, stellten wir uns doch trotzdem wieder an und kamen auch gegen 7.40 Uhr dran.

Es stellte sich heraus, dass das die richtige Entscheidung war. Als ein neuer Schalter für die Spezial-Flüge aufgemacht wurde, stürmte ein Haufen von ungefähr 200 Leuten auf den Schalter zu und wollten mit.

Was machen sie hier, ihr Flug geht in 20 Minuten

Am Schalter angekommen, wollten wir wissen, wie es denn mit uns weiter gehen würde. Eine unserer Mitstreiterinnen war vor uns und wurde auf die Warteliste für einen Flug abends um acht eingetragen. Falls das nicht klappen sollte, wäre sie am nächsten Tag auf jeden Fall um acht abends bei einem Flug dabei.

"Besser als nichts!" dachten wir und wollten mindestens mal das gleiche Angebot.

Aber es kam alles anders, wir gaben unsere Tickets ab und sie sah uns erschrocken an: "Warum sind sie nicht in Terminal 2? Sie sind für einen Flug um 8.20 eingetragen. Und zwar nach Porto und von da aus nach Sao Paulo."

WOOT??? ok 40 Min. bis Take Off und wir mussten mit dem Bus noch in ein anderes Terminal und eingecheckt waren wir auch noch nicht.

SL734869.JPG

Irgendwie haben wir es geschafft. Und wir wurden extra mit dem Bus auf das Rollfeld direkt zum Flugzeug gefahren.

(Fun Fact: Dieses Mal piepte der Metaldetektor bei mir aber es war nichts.)

Auf nach Porto

Auch der einstündige Flug nach Porto war relativ langweilig. Aber wir würden es schaffen und unseren Weiterflug nach Sao Paulo um 9.15 Uhr bekommen. Das Tollste am Flug war wohl, dass freie Platzwahl herrschte und jeder einen Fensterplatz hatte. Super!

Wir waren sogar rechtzeitig da.

So seltsam es mir auch vorkam, dass in Porto (auch ein internationaler Flughafen) nichts los war, umso schöner kam mir der Flughafen vor.

SL734913.JPG(FunFact: Dieses Mal piepte der Metalldetektor bei meiner Mutter aber es war nichts. Sie musste ihre Handcreme da lassen, obwohl sie bisher durch alle anderen Kontrollen problemlos durch gekommen war. Wir waren direkt vom Flieger gekommen und hatten überhaupt keine Möglichkeit gehabt etwas einzukaufen, aber egal)

Mal wieder warten

Als wir am Gate ankamen, stand der Flieger bereits da. Auf der Anzeige stand nichts besonderes, jedoch waren wir die Einzigen, die um 9 Uhr da waren. Der Flug sollte ja schon um 10 wieder abheben.

Kurze Zeit später wurde dies auch geändert und der Flug sollte "wahrscheinlich" um 11.15 Uhr starten. Naja, daraus wurde nix und so starteten wir erst um 13 Uhr.

Aber endlich waren wir auf den Weg nach Sao Paulo. In einem Leeren Flugzeug, nur die Fensterplätze waren besetzt. In der Mitte konnte man sich auf den vierer Plätzen ausbreiten und schön schlafen.

SL734926.JPG

Endlich da

nach 9 Stunden Flug kamen wir auch endlich am 11.05.2010 um 19:30 Uhr an. Nach diesem Abenteuer wunderte es uns auch nicht mehr, dass es unsere Koffer nicht bis nach Sao Paulo geschafft hatten. Es gibt immer Verluste und irgendwas bleib immer auf der Strecke.

Und heute zwei Tage später sind auch endlich die Koffer da.

1 Kommentare:

  1. ahahhahahahahaha
    Warun um alles in der welt, war der flughafen in porto leer und bitte wieso war das flugzeug net voll besetzt?????
    ey, die armen säue in lissabon...!

    liebe grüße von zuhause ;)

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